Eine Sonne, aus deren Strahlen sich ein Weg entwickelt als Sinnbild für den Lebensweg - der aber zuweilen durch große, schneidende Felder verbaut wird. Einige Male ragen in den Weg sogar richtig greifbar dicke Glasklunkersteine hinein, verführerisch schön und glitzernd. Dieser Aspekt ist mir sehr wichtig, da in meinen Augen mancher Stolperstein des Lebens zunächst schillernd-schön daherkommt: Ein Glas Wein, ein Glas Bier, ein bisschen spielen. Dann wird es mehr und mehr und irgendwann kann man nicht mehr ohne, wird süchtig - so mancher stürzt ab. Einige der gestrandeten Männer, mit denen ich mich auf dem Franziskushof in Zehdenick unterhielt, wussten eindringlich davon zu berichten. Doch immer wieder scheint in meinen Fenstern der goldene Weg auf, lässt Hoffnung durchstrahlen bis im dritten Fenster, der schönen Legende von der Vogelpredigt folgend, Franziskus von Assisi unter einem Baum mit Vögeln zu sehen ist. Er hat es geschafft, er steht nun auf einem glatten goldenen Weg.
Sinnbild eines vollendeten Lebensweges.
„Ohne Worte, allein durch Sinneseindrücke, durch alle Poren, soll jeder spüren - egal wer er ist und wo er steht - dass die Welt trotz allem auch schön ist, voller Sonne und der Möglichkeit eines Weges ins Licht.“ Tamara Hasselblatt
Meine Originalentwürfe wurden in Zusammenarbeit mit Glasmalerei Schillings aus Frankfurt, einem alteingesessenen Familienbetrieb, hervorragend in Bleirutenfenster umgesetzt.
„Die Glasfensterentwürfe haben mich sehr berührt, und es gefällt mir gut, wie Sie den Sonnengesang des Heiligen Franziskus von Assisi darin aufnehmen.“
Bundespräsident Johannes Rau
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Die Geschichte der Kapellenfenster
des einstigen Franziskushofes in Zehdenick/Brandenburg
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes Evangelium, 14, 6) als ich in der Kapelle des Franziskushofes/Zehdenick saß und diesen Satz las, hatte ich meine zentrale Inspiration. Über Franziskus von Assisi hatte ich schon viel gelesen. Vor allem seinen „Sonnengesang“ mag ich sehr, so dass in mir das Bild der Sonne entstand, als Sinnbild für Licht und Erleuchtung. Eine Sonne, aus deren Strahlen der Weg des hl. Franziskus von Assisi wird. Auf dem es immer wieder kleinere und größere Hindernisse gibt, die „Stolpersteine des Lebens“.
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Der Fuß eines Weinglases
wird zum Kopf des Teufels
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Mit dem Bild der ‚Stolpersteine’ abstrahiere ich meine zahlreichen Gespräche mit Obdachlosen, mit ehemaligen Strafgefangenen, mit Männern, die sehr oft aus Pech ohne Dach und Job da standen - und auf dem Franziskushof Brot, Arbeit und ein Zuhause fanden. Auf lebendige und eindringliche Weise erfuhr ich von den Abgründen, die durch Verlassensein, Armut, Verstoßenwerden, Ungerechtigkeit aufgerissen werden.
Mit meinen Kapellenfenstern möchte ich gerade den Menschen, denen ihr Leben wie eine nicht enden wollende Novembernacht erscheint, Licht und etwas Hoffnungsbringendes geben.
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Die Entwürfe, Vorlagen für die Kapellenfenster
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